Rote Liste

Rote Liste gefährdeter Pflanzen und Liste aller Gefäßpflanzen des Böhmerwaldes (1. Version)

Milan Štech, Karel Boublík, Wolfgang Diewald, Libor Ekrt, Eva Holá, Petr Koutecký, Vít Grulich, Jindřich Chrtek, Jana Janáková, Milan Kotilínek, František Krahulec, Martin Lepší, Petr Lepší, David Půbal, Romana Roučková, Zdeněk Skála, Cornelia Straubinger, Vojtěch Taraška, Bohumil Trávníček, Alena Vydrová, Katka Máchalová Zemanová, Vojtěch Žíla

  • Einleitung
  • In Mitteleuropa gibt es nicht viele natürlich abgegrenzte Einheiten wie der Böhmerwald, die in der Vergangenheit durch eine undurchlässige politische Grenze getrennt waren. Dieses verhängnisvolle Erbe der Vergangenheit spiegelte sich auch in der Untersuchung und dem Schutz der Böhmerwälder Flora wider, die jahrelang immer an der Staatsgrenze endeten. Auf tschechischer Seite wurde die Untersuchung noch durch die Existenz einer schwer zugänglichen und ausgedehnten Grenzzone und zwei großer Militärsprengel kompliziert. Es ist deshalb kein Wunder, dass gleich nach dem Fall des Eisernen Vorhangs das Projekt der Bearbeitung der Flora des Böhmerwaldes ohne Rücksicht auf die Existenz der Staatsgrenze entstand. Dem ursprünglichen autorenteam unter Führung von František Procházka gelang es leider nicht das ganze Projekt zu vollenden und nach dem Tod seines geistlichen Vaters im Jahr 2004 wurde weitere Arbeit nur sehr langsam fortgesetzt. Den neuen Impuls bekam sie erst mit der Genehmigung des gemeinsamen tschechisch-bayerischen Projektes Květena Šumavy / Flora des Böhmerwaldes, Nr. 216, das vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und dem Budget der ČR mitfinanziert wird (Programm der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit Tschechische Republik – Freistaat Bayern Ziel ETZ 2014-20). Einer der Indikatoren des ambitionierten Projektes ist die Schaffung der gemeinsamen Roten Liste gefährdeter Gefäßpflanzenarten auf dem Gebiet des ganzen Böhmerwaldes.

    Abgrenzung des Gebietes

    Das Gebiet des Projektes Flora des Böhmerwaldes umfasst die ganze Bergstufe des Böhmerwaldes. Vor allem aus phytogeographischen Gründen sind auch einige kleinere Gebiete der Vorgebirgsstufe eingegliedert. Die Gebietsgrenze kann mit der Linie zwischen folgenden Orten definiert werden: (ČR – von Nordwesten nach Südosten) Zadní Chalupy – Stará Lhota – Rodrovský dvorec – Zelená Lhota – Bogen der Bahnstrecke westlich von Matějovice – Děpoltice – Divišovice – Chřepice – Onen Svět – Javorná – Chvalšovice – Jarkovice – Kochánov – Dolní Kochánov – Pařezí – Javoří – Dolejší Těšov – Chlum – Hartmanice – Kundratice – Velký Radkov – Radešov – Kašperské Hory – Žlíbek – Nezdice – Zuklín – Javorník – Stachy – Nový Dvůr – Křesanov – Pravětín – Šumavské Hoštice – Trpín – Kratušín – Záblatí – Albrechtovice – Blažejovice – Zbytiny – Křišťanov – Markov – Třebonice – Vítěšovice – Lštín – Dětochov – Mokrá – Černá v Pošumaví – Světlík – Blatná – Frymburk – Lipno nad Vltavou – Loučovice – levý břeh Menší Vltavice – Vyšší Brod – der Kamm südlich von Vyšší Brod in Richtung an die österreichische Grenze – (Österreich – von Südosten nach Nordwesten) Weigetschlag – O.-U. Laimbach – Amesschlag – Helfenberg – Uttendorf – Neudorf – Haslach – Schlägl – Ulrichsberg – (Deutschland – von Südosten nach Nordwesten) Breitenberg – Neureichenau – Fürholz – Rehberg – Linden – Hohenau – Klingenbrunn–Bahnhof – Flanitzhütte – Flusslauf der Flanitz – Zwieselau – Lindberg – Klautzen – Aussenried – von dort aus läuft die Grenze nach Nordwesten am südwestlichen Rand der Kötztinger Senke in die halbe Entfernung zwischen Kötzting und Arndorf – Grafenwiesen – Ottenzell – Haibühl – nordwestlicher Rand des Künischen Gebirges – Staatsgrenze zwischen der ČR und Deutschland – Zadní Chalupy. Dieses definierte Gebiet umfasst eine Fläche von fast 3.000 km2.

    Rote Listen gefährdeter Pflanzenarten in Mitteleuropa

    Die Schaffung der Nationallisten gefährdeter Pflanzenarten hat in Mitteleuropa eine lange Tradition (z. B Holub et al. 1979, Jedicke 1997, Niklfeld H. & Schratt-Ehrendorfer 1999). Die Roten Listen und die Roten Bücher gefährdeter Arten sind fast ausschließlich auf das Territorium eines Staates oder kleinerer Regionen im Rahmen dessen Gebietes beschränkt (Schnittler et Ludwig 1996, Hohla et al. 2009, Lepší et al. 2013). Auch die einzige, bisher publizierte Liste der ausgestorbenen und gefährdeten Arten des Böhmerwaldes befasste sich leider nur mit dem tschechischen Teil (Procházka et Štech 2002). In diesem Kontext ist völlig offensichtlich, wie notwendig die Schaffung einer gemeinsamen grenzüberschreitenden Liste gefährdeter Arten des Böhmerwaldes und der gemeinsamen Strategie für den Schutz der bedeutendsten Arten im Gebiet ist.

  • Verwendete Kriterien und IUCN-Kategorien

    Bis vor kurzem wurde die Artengefährdung in den untersuchten Gebieten in der Regel durch die Expertenschätzung nach den vereinbarten nationalen Kriterien bewertet (Schnittler et Ludwig 1996, Hohla et al. 2009, Grulich 2012). In letzter Zeit gibt es jedoch eine klare Bemühung, die Bewertung des Gefährdungsgrades nach den einzelnen Regeln der internationalen Organisation International Union for Conservation of Nature (IUCN 2012a) zu vereinheitlichen. Deshalb wurden auch in der letzten Roten Liste gefährdeter Pflanzen der Tschechischen Republik sowohl nationale Kategorien, als auch IUCN-Kategorien verwendet (Grulich 2017). Der Hauptparameter der Artengefährdung nach den internationalen IUCN-Regeln ist das Risiko des Aussterbens. Dieses Risiko wird unter Anwendung von 4 Kriterien bewertet, die die einzelnen Gefährdungstypen beschreiben.

    Kriterium A bewertet die Reduzierung der Population während 10 Jahre oder 3 Generationszyklen. Je nach dem, welche dieser Perioden länger ist. Die Prädiktion in die Zukunft beträgt dann höchstens 100 Jahre. Das Kriterium wurde in 4 Unterkategorien je nach dem unterteilt, ob die Gefährdungsursachen bekannt, völlig verstanden und beseitigt sind (A1) oder sie weiterhin bestehen oder unklar sind (A2), bzw. eine begründete Befürchtung besteht, dass es zur Reduzierung in Zukunft kommt (A3) oder sowohl der Rückgang unlängst, als auch die Prädiktion für den gleichlangen Zeitraum in Zukunft bewertet wird (A4). Der Rückgang kann durch (a) die direkte Beobachtung, (b) den Abundanzindex (Quantität), der für die konkrete Art geeignet ist, (c) den Arealumfang, (d) die Fläche des Vorkommens oder (e) die Gefährdung spezifiziert werden, die durch invasive oder Konkurrenzarten, Hybridisierung, Pathogene usw. verursacht wird.

    Kriterium B bewertet geografische Verbreitung in Form des Arealumfangs (B1) oder der Fläche des Vorkommens (B2) und gleichzeitig den ungünstigen Zustand und die Entwicklung der Populationen, die charakterisiert werden durch (a) Fragmentierung des Areals, (b) den beobachteten oder vorgesehenen Rückgang, der durch (i) den Umfang des Vorkommens (ii) die Fläche des Vorkommens (iii) den Umfang, die Fläche oder Qualität des Standortes, (iv) die Zahl von Lokalitäten oder Subpopulationen, (v) die Zahl erwachsener Individuen bewertet wird, oder durch (c) extreme Fluktuation, die durch (i) den Umfang des Vorkommens (ii) die Fläche des Vorkommens, (iii) die Zahl von Lokalitäten oder Subpopulationen, (iv) die Zahl erwachsener Individuen bewertet wird.

    Kriterium C ist für kleine Populationen bestimmt und bewertet ihre Reduzierung (C1) oder Reduzierung, die entweder (a) mit ungeeigneter geschaffener Populationsstruktur oder mit (b) extremer Fluktuation der Zahl erwachsener Individuen kombiniert wird.

    Kriterium D bewertet sehr kleine oder beschränkte Populationen mit weniger als 1.000 erwachsenen Individuen oder Populationen auf einer Fläche, die kleiner ist als 20 km2.

    Kriterium E ermöglicht dann die Arten nach der quantitativen Analyse und der Wahrscheinlichkeitsschätzung ihres Aussterbens in der freien Natur für eine bestimmte Zahl der Generationen oder je nach dem zu bewerten, welche dieser Perioden länger ist.

    Anhand der Bewertung mit diesen Kriterien werden die einzelnen Arten den Gefährdungskategorien zugeordnet als vom Aussterben bedroht (Critically Endangered, CR), stark gefährdet (Endangered, EN) oder verletzlich (Vulnerable, VU) (Tab. 1). Die ausgestorbenen und verschollenen Arten werden der Kategorie ausgestorbene Art (Extinct, Ex), im Falle der regionalen Roten Listen als regional ausgestorben (Regionally Extinct, RE) zugeordnet. Arten, die die Bedingungen für die Eingliederung in eine der Gefährdungskategorien in keinem Kriterium erfüllen, aber sich einem Kriterium nähern oder diese Bewertung in absehbarer Zukunft zu erwarten ist, werden der Kategorie potentiell gefährdet (Near Threatened, NT) zugeordnet. Arten ohne offenbare Rückgangs- und Gefährdungsmerkmale werden als nicht gefährdet bewertet (Least Concern, LC). Arten mit unzureichend bekannter Verbreitung, ökologischen Ansprüchen und potentieller Gefährdung sollten der Kategorie ungenügende Datengrundlage (Data Deficient, DD) zugeordnet werden. Arten, die bisher aus verschiedenen Gründen (z. B. wegen taxonomischer Unklarheiten) keiner Bewertung nach den Kriterien unterzogen wurden, gehören zur Gruppe nicht beurteilt (Not Evaluated, NE).

    Tab. 1 IUCN-Kriterien für die einzelnen Gefährdungskategorien

    Kriterium

    Vom Aussterben bedroht (CR)

    Stark gefährdet (EN)

    Verletzlich (VU)

    A Populationsreduzierung

    A1 (Ursachen beseitigt)

    ≥ 90%

    ≥ 70%

    ≥ 50%

    A2, A3, A4 (unklare Ursachen)

    ≥ 80%

    ≥ 50%

    ≥ 30%

    B Geografische Verbreitung und ungünstiger Entwicklungstrend

    B1 Arealumfang

    < 100 km2

    < 5000 km2

    < 20000 km2

    B2 Fläche des Vorkommens

    < 10 km2

    < 500 km2

    < 2000 km2

    und gleichzeitig 2 von folgenden 3 Bedingungen

    (a) Populationszahl

    = 1

    ≤ 5

    ≤ 10

    (b) fortgesetzter Rückgang (i) des Umfangs des Vorkommens (ii) der Fläche des Vorkommens (iii) des Umfangs, der Fläche oder Qualität des Standortes, (iv) der Zahl von Lokalitäten oder Subpopulationen.

    (c) extreme Fluktuation (i) des Umfangs des Vorkommens (ii) der Fläche des Vorkommens, (iii) der Zahl von Lokalitäten oder Subpopulationen, (iv) der Zahl erwachsener Individuen

    C Kleine Populationen und Rückgang

    Zahl erwachsener Individuen

    < 250

    < 2500

    < 10000

    und gleichzeitig eine der folgenden Bedingungen

    C1 Populationsreduzierung

    25% für 3 Jahre oder 1 Generation

    20% für 5 Jahre oder 2 Generationen

    10% für 10 Jahre oder 3 Generationen

    C2 fortgesetzter Rückgang und mindestens 1 der folgenden 3 Bedingungen


    a(i) Zahl erwachsener Individuen in jeder Subpopulation

    ≤ 50

    ≤ 250

    ≤ 1000


    a(ii) % erwachsener Individuen in einer Subpopulation

    90–100%

    95–100%

    100%

    D Sehr kleine oder beschränkte Populationen

    D Zahl erwachsener Individuen

    < 50

    < 250

    D1: < 1000

    D2 (nur für die Kategorie VU)



    Fläche des Vorkommens < 20 km2 oder Zahl der Lokalitäten ≤ 5

    E. Quantitative Analyse

    E Wahrscheinlichkeit des Aussterbens

    ≥ 50% während 10 Jahre oder 3 Generationen

    ≥ 20% während 20 Jahre oder 5 Generationen

    ≥ 10% während 100 Jahre

    Spezifika der Bewertung der Pflanzengefährdung und der regionalen Bewertung

    Die IUCN-Kriterien wurden ursprünglich für große Wirbeltiere und ihre Gefährdung auf globaler Ebene geschaffen. Deshalb bringt ihre Anwendung für Pflanzen mit vielfältigen Lebensstrategien, der Fähigkeit vegetativen Wachstums und der langfristigen Dormanz von Samen eine Reihe von Schwierigkeiten. Die notwendigen Daten über die Populationsdynamik sind oft nicht gut bekannt und oft kann man sie nicht einmal abschätzen.

    Auch die Gefährdungsbewertung auf kleinem Gebiet mit spezifischen Naturbedingungen hat ihre großen Probleme. Eine strikte Anwendung der Kriterien würde zur Einordnung der Arten, die in das untersuchte Gebiet randweise und aus der Sicht deren Gesamtareals oder ökologischer Ansprüche bedeutungslos eingreifen, in hohe Gefährdungskategorien führen. Dadurch wäre einer der Zwecke der Schaffung der Roten Liste bestritten, und zwar die Betonung der Bedeutung des Vorkommens der einzelnen Arten im bewerteten Gebiet aus der Sicht deren Gesamtgefährdung oder Gefährdung deren genetischer Diversität. Deshalb ist es angebracht nach der Methodik der Anwendung der IUCN-Kategorien auf regionalem Niveau vorzugehen (IUCN 2012b). Aus dieser Methodik ergibt sich, dass je kleiner das Gebiet ist, desto mehr muss das Vorkommen der Organismen in den umliegenden Regionen berücksichtigt werden. Das häufige Vorkommen in den Kontaktgebieten verändert bedeutend das Risiko des Aussterbens im untersuchten Gebiet, das der Hauptparameter der IUCN-Kriterien ist, und es ist angebracht aufgrund dieser Tatsache die Endkategorien der Gefährdung zu regeln. Vor der eigentlichen Anwendung der IUCN-Kriterien soll auch das regionale Filter verwendet werden und aus der Bewertung sollen im Gebiet nicht ursprüngliche Arten ausgeschlossen werden. Bei kleinen Gebieten wird empfohlen, auch solche Arten auszuschließen, die in das Gebiet aus den Kontaktgebieten eingreifen, wo sie häufig sind oder zumindest dort stabilisierte und potentielle Quellenpopulationen haben. Diese Arten würden automatisch in Kategorien mit hoher Gefährdung eingegliedert und würden unnütz die Aufmerksamkeit von den Arten ablenken, die im bewerteten Gebiet bedeutend und tatsächlich aus einem Grund gefährdet werden. Solche Arten können der Kategorie bewertungsungeeignet (Not Applicable, NA) zugeordnet werden.

    Liste der Böhmerwälder Pflanzen

    Für eine ausschöpfende und qualitätsvolle Bewertung der Veränderungen und Gefährdung der Flora des untersuchten Gebietes ist die Schaffung einer vollständigen Liste aller historisch festgestellten Taxa von Gefäßpflanzen notwendig (sog. Checkliste). Zu dieser Liste gehören sowohl ursprüngliche, als auch bis Ende des Mittelalters (Archäophyten) oder in der Neuzeit (Neophyten) verschleppte Arten. Eingegliedert sind auch alle neu verwildernde Arten außer Feld- und Zierpflanzungen oder auch unkontrolliert in die freie Landschaft gepflanzte Arten. Die Schaffung einer solchen Liste auf einem so ausgedehnten Gebiet wie der Böhmerwald ist eine ziemlich anspruchsvolle Aufgabe. Besonders deshalb, dass eine Reihe historischer Angaben weder zuverlässig belegt, noch lokalisiert ist und einige Angaben dadurch aus der Sicht der richtigen Bestimmung oder genauen Lokalisierung mit Sicherheit nicht bestätigt werden können. Deshalb bleiben besonders bei ausgestorbenen oder verschollenen Pflanzen mehr ungeklärte Fälle. Eine komplette und sorgfältige Erfassung des historischen und gegenwärtigen Zustandes hat jedoch einen unersetzlichen Wert für die Bewertung künftiger Änderungen. Sie stellt den Ausgangspunkt für die Verfolgung der sich verändernden Umwelt und Naturschutzrisiken dar, sei es infolge des direkten Einflusses des Menschen, Bewirtschaftungsänderungen oder des globalen Klimawechsels.

    Aus dem untersuchten Gebiet und der nächsten Umgebung wurden fast 2126 angegebene Taxa von Gefäßpflanzen bewertet, also Arten, Unterarten und Varietäten, aber auch Aggregate und weitere Taxa innerhalb der Arten, Hybriden und taxonomisch unzureichend untersuchte oder unklare Typen. Bei 145 Taxa geht es höchstwahrscheinlich um fehlerhafte Daten (falsche Bestimmung, Pflanzungen in Gärten, falsche Lokalisierung oder das Vorkommen außerhalb des definierten Gebietes). Das Vorkommen weiterer 55 Taxa ist auch unsicher, kann jedoch bisher nicht völlig ausgeschlossen werden. Als sehr wahrscheinlich wurde das Vorkommen von 1926 Taxa bewertet. Davon ist jedoch das Vorkommen bei 54 Taxa nicht klar nachgewiesen. Es geht oft um nicht belegte literarische Angaben oder Angaben aus den Geländetagebüchern, taxonomisch unsichere Typen oder nicht genau lokalisierte Angaben, die unmittelbar hinter der Grenze des definierten Gebietes liegen konnten. Es gibt also 1872 Taxa mit dem nachgewiesenen Vorkommen im definierten Gebiet, davon bestehen jedoch bei 12 Zweifel an ihrer taxonomischen Bedeutung. Wenn wir höhere taxonomische Einheiten als Art und Hybriden übergehen, welche 112 aus dem Gebiet bekannt sind, dann werden 1543 Arten, 87 Unterarten und 18 Varietäten im gegebenen Augenblick aus dem Gebiet angeführt. Davon können 1091 als ursprünglich betrachtet werden, 11 Arten haben unklaren Ursprung, wurden potentiell vom Menschen verschleppt, 160 sind Archäophyten und 386 Neophyten oder Taxa, die in letzter Zeit verschleppt wurden.

    Rote Liste gefährdeter Arten von Gefäßpflanzen des Böhmerwaldes

    Nach der gewöhnlichen botanischen Praxis werden die im Gebiet potentiell ursprünglichen Taxa und Archäophyten den gefährdeten Arten zugewiesen. Aufgrund der Bewertungsmethodik mit den IUCN-Kriterien auf regionaler Ebene wurden deshalb Neophyten und verschleppte Arten in die Kategorie NA (siehe oben) eingegliedert. In diese Kategorie werden auch Taxa eingegliedert, welche dank ihrer Umweltansprüche in das definierte Gebiet aus den anliegenden Gebieten häufigeren Vorkommens, in denen sie nicht offensichtlich gefährdet werden, nur sehr selten eingreifen. Weitere randweise eingreifende Taxa, die in ihrem ganze Areal oder mindestens in dessen mitteleuropäischem Teil zurückgehen, wurden im Gegenteil nach den IUCN-Kriterien mit Berücksichtigung der Situation in den anliegenden Gebieten und der potentiellen Quellenpopulationen ordentlich bewertet.

    Die Gefährdungskategorien wurden für den niedrigsten angegebenen taxonomischen Rang bestimmt. Deshalb wurden bei den Arten mit Unterarten oder Varietäten die Einheiten innerhalb der Art bewertet und die Arten werden in die Kategorie NE eingegliedert. In dieselbe Kategorie werden einige taxonomisch unklare Typen eingegliedert. Für einige schwer erkennbare Arten aus taxonomisch kritischen Gruppen, wo die Kenntnisse über deren Verbreitung immer noch unzureichend sind, wurde die Kategorie DD gewählt.

    Von insgesamt 1648 Arten, Unterarten und Varietäten wurden also 1068 Taxa bewertet, 78 Taxa wurden nicht beurteilt (NE) und 502 in die Kategorie bewertungsungeeignet (NA) eingegliedert. Von 1068 bewerteten Taxa gehörten 52 zu ausgestorbenen oder momentan verschollenen Pflanzen, also ohne einzige bestätigte existierende Lokalität (RE). In der Kategorie vom Aussterben bedroht (CR) sind 73 Taxa eingegliedert, zu stark gefährdeten Arten (EN) gehören 70 Taxa. Den verletzlichen Arten wurden 66 Taxa zugewiesen und zu den gefährdungsnahen Arten gehören 106 Taxa. Als Arten mit mangelnden Informationen wurden 43 Arten bezeichnet. 658 Taxa sind im Gegenteil der Kategorie nicht gefährdet (LC) zugewiesen. Diese Kategorie umfasst einerseits Arten, die im ganzen Gebiet häufig sind, aber auch ziemlich seltene und marginale Arten, die es in den Kontaktgebieten nicht gibt. Diese Arten erfüllen gewöhnlich keine Bedingungen für die Eingliederung in eine Gefährdungskategorie in den Punkten, die ihren Rückgang bewerten.

    Gefährdungsursachen und Naturschutzempfehlungen zur Stabilisierung der Populationen der meistgefährdeten Arten

    Die meistgefährdeten Arten des Böhmerwaldes werden den mit Aussterben bedrohten Taxa zugewiesen. Aber auch in der Kategorie stark gefährdeter Arten finden wir einige bedeutende Arten des Böhmerwaldes, die die Kriterien für die vom Aussterben bedrohten Arten noch nicht erfüllen, aber sehr schnell zurückgehen und ihren Populationen die Aufmerksamkeit gewidmet werden muss.

    Wenn wir die Analyse der Kategorie der vom Aussterben bedrohten Arten durchführen, ist es ersichtlich, dass jede Art einigermaßen einzigartig ist. Es können jedoch einige Gruppen dieser Arten nach den Umweltansprüchen geschaffen und auch geeignete Maßnahmen zur Stabilisierung und zum Schutz deren Populationen für diese Gruppen vorgeschlagen werden.

    Arten des Offenlandes

    Die meistgefährdeten Pflanzen des Böhmerwaldes sind die Arten verschiedener Offenlandtypen. Von 73 vom Aussterben bedrohten Arten sind 62 an irgendein Offenland gebunden. Das ist natürlich, wenn wir uns dessen bewusst werden, dass der dominante Vegetationstyp des Böhmerwaldes der Bergwald ist und dadurch hier die Waldarten allgemein viel häufiger sind als Arten des Offenlandes. Sie sind auch Bestandteil dominanter Vegetationstypen, die sich unter gegenwärtigen klimatischen Bedingungen im Optimum befinden. Auf der anderen Seite haben die Offenlandarten oft den relikten Charakter des Vorkommens, weil ihre gegenwärtige Verbreitung ein Relikt des einst viel häufigeren Vorkommens vor der Waldexpansion am Anfang des Holozäns ist. Sie sind an Biotope gebunden, die unter gegenwärtigen klimatischen Bedingungen unstabil sind und sich infolge der verlaufenden Sukzessionsänderungen verändern. Wir sind heutzutage nicht imstande abzuschätzen, wie die Situation völlig ohne menschlichen Einfluss wäre. Der Mensch beeinflusste grundsätzlich die ursprünglichen Fragmente des primären Offenlandes. Er schuf auf der einen Seite große Flächen des sekundären Offenlandes, die er bis vor kurzem bewirtschaftete und wo die lichtliebenden Arten ihr zweites Optimum fanden. Auf der anderen Seite veränderte er grundsätzlich viele Umweltparameter, handle es sich um eine flächendeckende Entwässerung, Flusslaufumgestaltungen, Bau von Straßen und Wegen, Eutrophisierung, einen dramatischen Eingriff in die Dynamik natürlicher Wälder sowie Populationen großer Säugetiere. Alle diese Faktoren hatten das Potential die natürliche Sukzession an einigen Stellen zu blockieren und die Bedingungen für das Überleben lichtliebender Pflanzen sowie Tiere zu erhalten. Die Änderung dieser natürlichen Bedingungen und auch der Verzicht auf eine extensive Bewirtschaftung von sekundären Biotopen stellt aktuell die größte Gefährdung für manche wertvolle Arten der Böhmerwälder Pflanzen dar.

    Alchemilla filicaulis subsp. filicaulis, autor: D. Průša

    Zum Glück sind die wertvollsten Arten des Böhmerwaldes oft an die höchsten Lagen gebunden, wo die Sukzessionsgeschwindigkeit nicht so groß ist und durch einmalige Eingriffe einmal in einigen Jahren blockiert werden kann. Es ist der Fall einiger wertvollster Arten der Gattung Alchemilla (Frauenmantel), die an den zentralen Teil der Böhmerwald Ebenen gebunden sind. Diese Arten sind oft an erhaltene Wiesen, häufig Waldwiesen, und Ränder von Waldwegen gebunden. Ein geeigneter Eingriff ist die einmalige Beseitigung von Besamungsgehölz und die Verhinderung der Beschattung von Lokalitäten. Die Lokalitäten erfordern in der Regel keine regelmäßige Entfernung der Biomasse umliegender Kräuter, weil es sich gewöhnlich um oligotrophe Biotope handelt, die oft von Wild abgeweidet werden. Ein ähnliches extensives Management kann auch in den Lokalitäten mit Botrychium multifidum (Vielteiliger Rautenfarn) bzw. mit weiteren Arten dieser Gattung verwendet werden. In diesem Fall ist jedoch neben der regelmäßigen Entfernung von Besamungsgehölz geeignet auch den Rasen zu zerstören und frei aufgelockerte Flächen zu bilden, in welchen die Sporen dieser seltenen Farnarten keimen könnten.

    Botrychium multifidum, autor: L. Ekrt

    Dactylorhiza traunsteineri subsp. turfosa , autor: M. Štech

    Ein weitere Beispiel des Taxons, bei dem die ausreichende Pflege durch einmalige Eingriffe in der nächsten Zeit erhalten werden kann, die in der Entfernung von Besamungsgehölz bestehen, ist die vielleicht bedeutendste Pflanze des Böhmerwaldes – Dactylorhiza traunsteineri subsp. turfosa. Mit hoher Wahrscheinlichkeit handelt es sich um ein einzigartiges endemisches Taxon des Böhmerwaldes, das wahrscheinlich nirgendwo anders wächst. Nach den gegenwärtigen Hypothesen entstand es durch hybridogene Speziierung am Kontakt von Dactylorhiza majalis (Breitblättriges Knabenkraut) und Dactylorhiza traunsteineri subsp. traunsteineri (Traunsteiners Knabenkraut). Es gibt so wenige vitale Populationen, dass jede von ihnen einen außerordentlichen Schutz verdient, weil auch die Gesamtzahl der Pflanzen ziemlich niedrig ist. Der grundsätzliche Eingriff zur Rettung der Populationen ist wieder die Entfernung von Besamungsgehölz einmal in einigen Jahren so, dass es zu keiner Beschattung der Lokalitäten kommt. Dank Feuchtigkeitsverhältnisse und oligotropher Bedingungen in den Lokalitäten scheinen Eingriffe zur Beseitigung der Kräuterbiomasse bzw. Moosbestände nicht akut zu sein. Diese Situation kann sich jedoch in Abhängigkeit von den Klimaänderungen und sich wiederholenden trockenen Jahren verändern. Eine ein bisschen unterschiedliche Situation herrscht bei den Lokalitäten eines der Elternteile Dactylorhiza traunsteiri subsp. traunsteineri im Oberen Moldaubecken. In diesen Lokalitäten ist es wieder notwendig Besamungsgehölz einmalig zu entfernen. Aber angesichts viel eutrophierenderer Bedingungen in der Umgebung dieser Lokalitäten muss auch die Biomasse der umliegenden konkurrenzstarken Kräuter durch Mähen wiederholt je nach der Situation entfernt werden.

    Eriophorum gracile, autor: M. Štech

    Juncus alpinoarticulatus, autor: M. Štech

    Die wiederholte Entfernung der umliegenden Vegetation erfordern auch viele weitere Arten von Moor- und Sumpfwiesen und Quellgebieten. Diese Arten sind oft sehr konkurrenzschwach, weil sie oft an wiederholt zerstörten, häufig auch sehr oligotrophen Stellen wuchsen. Es sind Arten, die aus ausgedehnten Teilen ihres Areals verschwanden und im Böhmerwald ihre letzte Zuflucht finden. Es sind z. B. Eriophorum gracile (Schlankes Wollgras), Rhynchospora alba (Weißes Schnabelried), Juncus alpinoarticulatus (Alpen-Binse), Montia fontana (Bach-Quellkraut) usw. Für diese Artengruppe muss neben Besamungsgehölz auch die Biomasse entfernt werden und die Flächen müssen unregelmäßig so zerstört werden, damit die Pflanzen dort verjüngen können. Ein geeignetes Management kann das Mähen sowie Weiden je nach den Bedingungen des konkreten Biotops darstellen. Beim Mähen sind die sorgfältige Entfernung der gemähten Masse und deren Abfuhr von den gemähten Flächen grundsätzlich. Wichtig ist ein sorgfältiges Managementtiming je nach der konkreten Lokalität und Art, damit die Zielarten nicht beeinträchtigt werden.

    Pedicularis palustris, autor: L. Ekrt

    Besonders kurzlebige oder einjährige Arten sind sehr anspruchsvoll an das Management. Ein einige Jahre lang dauernder Ausfall in der Bewirtschaftung und der Eingliederung der umliegenden Vegetation kann ziemlich reiche Populationen dieser Pflanzen relativ schnell vernichten. Im Gegenteil sind diese Arten imstande auf ein geeignetes Management sehr schnell zu reagieren. Eine bedeutende Art dieser Kategorie ist Pedicularis palustris (Sumpf-Läusekraut). Eine Art, die von niedrigeren Lagen von ganz Mitteleuropa verschwunden ist, wird im Böhmerwald immer noch nur in die Kategorie gefährdeter Arten eingegliedert, aber der Zustand ihrer Populationen ist auch hier alarmierend. Als einjährige parasitische Winterpflanze kann das Sumpf-Läusekraut nicht einmal aggressiven wachstumsschnellen sauerliebenden Torfmoosen oder anderen Arten schneller wachsender Pflanzen konkurrieren. Es verschwindet deshalb auf nichtbewirtschafteten Lokalitäten unter der Schicht alter Pflanzen und Torfmoose, in denen es keine Wurzeln schlagen kann. Die Empfehlung für Lokalitäten dieser Art ist ein regelmäßiges Management mit sorgfältiger Entfernung alter Pflanzen und im Bedarfsfall auch die Entfernung der Torfmoosschicht.

    Sedum villosum, autor: M. Štech

    Im Grunde kann ein ähnliche Kombination einmaliger und regelmäßiger Eingriffe, die sich bei der Rettung einer von zwei letzten Lokalitäten Sedum villosum (Sumpf-Fetthenne) bewährten, mit bestimmten Abänderungen nach den konkreten Lokalitäten verwendet werden. Die Art ist extrem konkurrenzschwach und deshalb verschwand sie in ihrem meisten Areal. Ein Beispiel guter Praxis und guter Reaktion der Art auf die Eingriffe ist die Rettung einer von zwei Lokalitäten im Böhmerwald.

    Da es sich um eine sehr konkurrenzschwache Art handelt, wurde das folgende regenerative Management für ihre Rettung in einer von zwei Lokalitäten im Böhmerwald angewandt:

    1. Ein Teil der Lokalität ohne Vorkommen der Art: Entfernung der oberirdischen Biomasse durch Mähen im Termin von 15.7.-31.7., sorgfältiges Rechen einschließlich der Biomasse und Abfuhr von der Fläche. Abreißen von Rasen und Abfuhr der Masse von den Flächen ideal im Frühling oder Herbst vor der Pflanzensetzung.

    2. Ein Teil der Lokalität mit dem Vorkommen der Art: nach dem Abblühen sorgfältiges Herausreißen aller Einzelpflanzen der Art einschließlich steriler Rosetten. Entfernung der Biomasse durch das Mähen und sorgfältige Rechen und anschließend auch Abreißen von Rasen aus dieser Quellenfläche. Die auf dieser Fläche produzierte Biomasse könnte kleine Pflanzenreste enthalten und so wurde sie auf eine entblößte Fläche verteilt. Die präparierten fruchtbaren Pflanzen und sterilen Rosetten wurden auf die vorbereiten entblößten Flächen übertragen.

    3. Durch die Wiederholung des Abreißens von Flächen und der Übertragung der gemähten Biomasse mit abgeblühten Pflanzen dieser Art auf diese entblößten Flächen wurde die Verbreitung der Art in der Lokalität von 40 sterilen und 12 fertilen im Jahr 2017 auf mehr als 5.500 sterile und mehr als 1.500 fertile Pflanzen im Jahr 2021 erreicht.

    Lycopodiella inundata, autor: L. Ekrt

    Pinguicula vulgaris, autor: P. Koutecký

    Ähnliche Eingriffe können sehr effizient auch für viele weitere konkurrenzschwache, aber sich leicht vermehrende Arten sein. Wie z. B. Lycopodiella inundata (Sumpf-Bärlapp) oder Pinguicula vulgaris (Gewöhnliches Fettkraut). Bei diesen Arten ist es grundsätzlich, mit der Pflege der Lokalitäten rechtzeitig zu beginnen. Dadurch können anspruchsvolle Präparationen von Pflanzen vorgebeugt werden, wie im Falle der Sumpf-Fetthenne. Wenn es noch genug Quellenpflanzen gibt, sind die Entfernung der Biomasse und die Vorbereitung der Flächen in unmittelbarer Umgebung von Pflanzen ausreichend.

    Gentianella praecox subsp. bohemica, autor: M. Štech

    Ein Spezialbeispiel der Pflege bedeutender Arten ist Gentianella praecox subsp. bohemica. Es handelt sich um eine der bedeutendsten Arten des ganzen Gebietes, die den Endemit der Böhmischen Masse darstellt. Von einigen Hunderten von Lokalitäten in einem ziemlich breiten Gebiet blieben nur noch einige wenige Dutzend besonders im Vorböhmerwald und Böhmerwald erhalten. Der Hauptgrund ist insbesondere die Intensivierung der Landwirtschaft, der Verzicht auf traditionelles Weiden und die Eutrophisierung der Umwelt. In einigen letzten trockenen Jahren zeigte sich zusätzlich, dass insbesondere die Böhmerwälder Populationen von höheren Lagen, die nicht so sehr an Dürre leiden, eine Chance haben. In allen lebendigen tschechischen Lokalitäten im Böhmerwald wird das folgende Management angewandt, bei dem es sehr erwünschenswert wäre, das auch auf die letzten restlichen Lokalitäten auf bayerischer und österreichischer Seite des Böhmerwaldes zu übertragen.

    Es muss erwähnt werden, dass nicht alle Offenlandarten so wertvoll oder gefährdet sind. Diese Gruppe umfasst auch Arten, die ausschließlich an das primäre Offenland gebunden sind. An Felsen sind gebunden Agrostis rupestris (Felsen-Straußgras), Cardamine resedifolia (Resedablättriges Schaumkraut), Allium schoenoprassum (Schnittlauch), Rhodiola rosea (Gewöhnliche Rosenwurz), Woodsia ilvensis (Südlicher Wimperfarn). Für diese Arten ist die Sicherstellung des Schutzes ziemlich einfach. Da sie in der Regel an unzugänglichen und relikten Stellen wachsen, sind ihre Populationen ziemlich stabil. In einigen Fällen muss die direkte Vernichtung der Pflanzen, z. B. durch übermäßige Belastung seitens Touristen, verhindert werden (Beispiel von Agrostis rupestris auf den Gipfelfelsen des Großen Arbers). Ein größeres Problem ist die Beschattung von Felsen mit dem Wald, die zum Rückgang oder sogar dem Untergang von Lokalitäten führen kann. Auf diese Weise ist schon die Lokalität von Woodsia ilvensis im Flusstal der Vydra gefährdet. Es kann der einmalige Eingriff zur Beseitigung der Beschattung durch Besamungssträucher empfohlen werden, der die Wachstumsbedingungen dieser Art wieder für weitere Jahre verbessern würde.

    Ein weiteres Beispiel der Arten ohne hohe Anforderungen an das anspruchsvolle Management sind die See- und Tümpeluferarten. Es sind bekannte Brachsenkräuter, einige Arten von Igelkolben, Teich- und Seerosen.

    In die höchste Gefährdungskategorie sind aber auch einige wertvollste Archäophyte eingegliedert, wie z. B. Agrostemma githago (Gewöhnliche Kornrade) oder Bromus secalinus (Echte Roggen-Trespe). Obwohl sie sicher keine typischen Arten für die Natur des Böhmerwaldes sind, verdienen sie bestimmt einen außerordentlichen Schutz, weil sie in den meisten Gebieten Mitteleuropas ausstarben. Diese Feldunkrautsorten können jedoch ohne direkten menschlichen Eingriff nicht überleben. Es ist wertvoll, dass auf bayerischer Seite des Böhmerwaldes ein Programm läuft, das diese Arten auf kleinen privaten Feldern aufrechterhält.

    Dryopteris cambrensis, autor: David Půbal

    Listera cordata, autor: P. Čížková

    Moneses uniflora, autor: L. Ekrt

    Die wertvollsten und meistgefährdeten Waldarten können wir in zwei Gruppen einteilen. Es sind einerseits Arten eingebundener Wälder, seien es die der gemischten Bergwälder wie Epipogium aphyllum (Blattloser Widerbart), Dryopteris cambrensis (Spreuschuppiger Wurmfarn), Polystichum braunii (Brauns Schildfarn), Moneses uniflora (Einblütiges Wintergrün) oder der versumpften Fichtenwälder wie Listera cordata (Kleines Zweiblatt). Diese Arten können unter gegebenen Bedingungen besonders durch direkte Vernichtung von Lokalitäten oder Veränderungen der Umwelt, besonders des Wasserregimes gefährdet werden. Im Falle von Listera cordata stellt eine große Veränderung das großflächige Absterben der Fichtenwälder dar, von dem viele Lokalitäten betroffen wurden. Wie sich die Situation in Zukunft entwickeln wird, ist nicht ganz klar. Eine klare Empfehlung lautet jedoch keine Beschädigung der Lokalitäten infolge Waldarbeiten und Waldmanagements zuzulassen.

    Die zweite vom Aussterben bedrohte Gruppe der Waldarten sind lichtliebende Arten, die oft an durchlichtete Wälder, Waldränder oder durchlichtete Kieferwälder gebunden sind, die in der Vergangenheit ziemlich intensiv genutzt wurden. Wichtige Arten sind Vertreter der Gattung Pyrola (Wintergrün). Es ist eine Gruppe mykoheterotropher Arten mit sehr leichten Samen, die eine mykorrhise Nahrung für die erfolgreiche Entwicklung brauchen. Diese ganze Gruppe ging wesentlich zurück, weil die Pflanzen für ihre erfolgreiche Entwicklung Waldlichtungen und Freiflächen brauchen, wo sich die Samen erfolgreich entwickeln können. Mit Bezug auf die Gesamtseltenheit dieser Arten ist wieder das einmalige Management in unregelmäßigen Zyklen zu empfehlen. Dieses Management besteht in mosaikartiger kleiner Störung der umliegenden Vegetation und der Entfernung von Totholz in unmittelbarer Nähe von Pflanzen.

    Ein spezifisches Beispiel einer außerordentlich seltenen Art ist Campanula cervicaria (Borstige Glockenblume), die in ausgedehnten Gebieten des westlichen Teils ihres Areals ausstarb. Sie verlangt Waldlichtungen und -ränder. Diese Art starb jedoch leider in den meisten Lokalitäten aus und in den letzten übrigbleibenden sind ihre Populationen klein und stark gefährdet. Die vielleicht größte Population ist immer noch bei der Turner-Hütte, wo sie auf einer offenen Schüttung am Felsenfuß natürlich wächst. Da die Art in unmittelbarer Nähe der Hütte wächst, muss ein geeigneter Schutz der Lokalität so bald wie möglich gesichert werden, damit sie bei den Umgestaltungen um die Hütte nicht vernichtet wird.



    Literatur

    Grulich V. 2017: Červený seznam cévnatých rostlin ČR [The Red List of vascular plants of the Czech Republic]. Příroda, 35: 75–132 (in Czech).
    IUCN (2012a): IUCN Red List categories and criteria: Version 3.1., 2nd ed. – IUCN, Gland, Switzerland.
    IUCN (2012b): Guidelines for application of IUCN Red List criteria at regional and national levels: Version 4.0. – IUCN, Gland, Switzerland.
    Jedicke E. (ed.) (1997): Die Roten Listen. Gefährdete Pflanzen, Tiere, Pflanzengesellschaften und Biotope im Bund und Ländern. – Eugen Ulmer, Stuttgart.
    Hohla M., Stöhr O., Brandstätter G., Danner J., DiewaldW., Essl F., Fiereder H., Grims F., Höglinger F., Kleesadl G., Kraml A., Lengelachner F., Lugmair A., Nadler K., Niklfeld H., Schmalzer A., Schratt-Ehrendorfer L., Schröck C., Strauch M.&Wittmann H. (2009): Katalog und Rote Liste der Gefäßpflanzen Oberösterreichs. – Stapfia 91: 1–324.
    Holub J., Procházka F. & Čeřovský J. (1979): Seznam vyhynulých, endemických a ohrožených taxonů vyšších rostlin květeny ČSR (1. verze) [The list of extinct, endemic and endangered taxa of the vascular flora of the CSR. 1st version]. – Preslia 51: 213–237.
    Holub J. & Procházka F. (2000): Red List of vascular plants of the Czech Republic – 2000. – Preslia 72: 187–230.
    Lepší P., Lepší M., Boublík K., Štech M. & Hans V. (eds), 2013: Červená kniha květeny jižní části Čech [Red book of South Bohemian flora]. Jihočeské muzeum v Českých Budějovicích, České Budějovice, 503 pp. (in Czech). [Red book of South Bohemian flora]. Jihočeské muzeum v Českých Budějovicích, České Budějovice, 503 pp. (in Czech).
    Niklfeld H. & Schratt-Ehrendorfer L. (1999): Rote Liste gefährdeter Farn- und Blütenpflanzen (Pteridophyta und Spermatophyta) Österreichs. 2. Fassung. – In: Niklfeld H. (ed.), Rote Listen gefährdeter Pflanzen Österreichs, Grüne Reihe des Bundesministerium für Umwelt, Jugend und Familie 10: 33–130.
    Procházka F. (ed.) (2001): Černý a červený seznam cévnatých rostlin České republiky (stav v roce 2000) [Black and Red List of vascular plants of the Czech Republic (state in 2000)]. – Příroda 18: 1–166.
    Procházka F. & Štech M. (2002): Komentovaný černý a červený seznam cévnatých rostlin české Šumavy [Annotated Black and Red List of vascular plants of the Czech part of the Šumava Mts]. – Správa NP a CHKO Šumava & EkoAgency KOPR, Vimperk.
    Scheuerer M. & Ahlmer W. 2003: Rote Liste gefährdeter Gefäßpflanzen Bayerns mit regionalisierter Florenliste [Red list of threatened plants of Bavaria with regionalized checklist]. Schriftenreihe des Bayerischen Landesamtes für Umweltschutz. Bd. 165, Augsburg, 372pp. (in German).
    Schnittler M. & Ludwig G. (1996): Zur Metodik der Erstellung Roter Listen. – In: Ludwig G. & Schnittler M. (eds), Rote Liste gefährdeter Pflanze Deutschlands, Schriftenrh. Vegetationsk. 28: 709–739.

    Přehled ohrožených druhů Šumavy

    Regionálně vyhynulé (Regionally Extinct, RE)

    Taxon

    Kategorie

    Ajuga pyramidalis

    RE

    Anthemis cotula

    RE

    Anthriscus cerefolium var. cerefolium

    RE

    Asplenium scolopendrium

    RE

    Blysmus compressus

    RE

    Botrychium simplex

    RE

    Bromus arvensis

    RE

    Bromus commutatus

    RE

    Camelina alyssum

    RE

    Carex hostiana

    RE

    Carex oederi

    RE

    Centunculus minimus

    RE

    Chenopodium foliosum

    RE

    Chimaphila umbellata

    RE

    Cnidium dubium

    RE

    Crepis praemorsa

    RE

    Cuscuta epilinum

    RE

    Cyperus flavescens

    RE

    Dryopteris remota

    RE

    Epilobium anagallidifolium

    RE

    Gentiana cruciata

    RE

    Gentiana verna

    RE

    Gentianella obtusifolia subsp. sturmiana

    RE

    Gentianella praecox subsp. praecox

    RE

    Geranium divaricatum

    RE

    Goodyera repens

    RE

    Hammarbya paludosa

    RE

    Herminium monorchis

    RE

    Hypochaeris maculata

    RE

    Juncus tenageia

    RE

    Laserpitium prutenicum

    RE

    Littorella uniflora

    RE

    Lolium remotum

    RE

    Lolium temulentum

    RE

    Lonicera caerulea

    RE

    Misopates orontium

    RE

    Odontites vernus subsp. vernus

    RE

    Pedicularis sceptrum-carolinum

    RE

    Pilosella iserana

    RE

    Potamogeton acutifolius

    RE

    Potamogeton perfoliatus

    RE

    Ranunculus arvensis

    RE

    Ranunculus sardous

    RE

    Taraxacum bellicum

    RE

    Taraxacum longisquaemum

    RE

    Taraxacum lucescens

    RE

    Taraxacum nordstedtii

    RE

    Taraxacum plumbeum

    RE

    Taraxacum saxenii

    RE

    Vaccaria hispanica

    RE

    Valerianella rimosa

    RE

    Veronica triphyllos

    RE


    Kriticky ohrožené druhy (Critically Endangered, CR)

    Taxon

    Kategorie

    Kriterium

    Agrostemma githago

    CR

    C2

    Agrostis rupestris

    CR

    B2ab(iii)

    Alchemilla baltica

    CR

    B1b(iii)+2b(iii)

    Alchemilla cymatophylla

    CR

    B1b(iii)+2b(iii)

    Alchemilla filicaulis subsp. filicaulis

    CR

    B1ab(iii)+2ab(iii)

    Alchemilla filicaulis subsp. vestita

    CR

    B1ab(iii)+2ab(iii); C; D

    Alchemilla glabricaulis

    CR

    B1b(iii)+2b(iii)

    Alchemilla gruneica

    CR

    B1b(iii)+2b(iii)

    Alchemilla propinqua

    CR

    B1b(iii)+2b(iii); C; D

    Allium schoenoprasum

    CR

    C2

    Botrychium multifidum

    CR

    C1

    Bromus secalinus

    CR

    C2

    Campanula cervicaria

    CR

    C2(ii)+D1

    Cardamine resedifolia

    CR

    C2a(i)

    Carex chordorrhiza

    CR

    B2b(iii)c(iv)

    Carex lepidocarpa

    CR

    D

    Coeloglossum viride

    CR

    A4

    Dactylorhiza incarnata

    CR

    B2ab(iii+iv)

    Dactylorhiza traunsteineri subsp. traunsteineri

    CR

    B2ab(iii+v)

    Dactylorhiza traunsteineri subsp. turfosa

    CR

    B1ab(iii)+2ab(iii)

    Dianthus superbus

    CR

    A2

    Diphasiastrum ×oellgaardii

    CR

    B2ab(iii)

    Diphasiastrum ×zeilleri

    CR

    B2ab(ii+iii+iv)

    Diphasiastrum tristachyum

    CR

    B2ab(ii+iii+iv)

    Drosera anglica

    CR

    C2a(i)

    Dryopteris cambrensis

    CR

    D

    Dryopteris cristata

    CR

    C1a(i)

    Epilobium alsinifolium

    CR

    B2b(ii+iii)

    Epilobium parviflorum

    CR

    B2b(ii+iii)

    Epipogium aphyllum

    CR

    C2b

    Erica tetralix

    CR

    D

    Eriophorum gracile

    CR

    B2b(iii+iv)c(iv)

    Eriophorum latifolium

    CR

    A4, B2b(iii)c(iv)

    Gentiana pneumonanthe

    CR

    A4, B2(iii+iv)c(iv)

    Gentianella praecox subsp. bohemica

    CR

    B2ac(iv)

    Hieracium glaucinum

    CR

    C2a(ii)

    Illecebrum verticillatum

    CR

    C2b

    Isoëtes echinospora

    CR

    C2

    Isoëtes lacustris

    CR

    C2

    Juncus alpinoarticulatus

    CR

    C2a(i)

    Ligularia sibirica

    CR

    D

    Listera cordata

    CR

    B2b(iii+iv)+c(iv)

    Lycopodiella inundata

    CR

    B2b(iii+iv)+c(iv)

    Malaxis monophyllos

    CR

    C2a(i)

    Moneses uniflora

    CR

    B2b(iv)

    Montia fontana subsp. fontana

    CR

    C2a(i)

    Nymphaea candida

    CR

    C1

    Orchis morio

    CR

    C2a(ii)

    Orchis ustulata

    CR

    D

    Orobanche alsatica

    CR

    D

    Pilosella blyttiana

    CR

    C2a(i)

    Pilosella fuscoatra

    CR

    C2a(i)

    Pilosella macranthela

    CR

    C2a(i)

    Poa alpina

    CR

    D

    Polygala amarella

    CR

    B2b(iii)+(iv)

    Polystichum braunii

    CR

    D

    Pseudorchis albida

    CR

    B2b(iii+iv)+c(iv)

    Pyrola chlorantha

    CR

    A2

    Pyrola rotundifolia

    CR

    A2

    Ranunculus lingua

    CR

    D

    Rhodiola rosea

    CR

    D

    Rhynchospora alba

    CR

    A2

    Ribes petraeum

    CR

    D

    Salix myrsinifolia

    CR

    D

    Salix myrtilloides

    CR

    D

    Salix repens

    CR

    D

    Sedum villosum

    CR

    A2

    Sparganium angustifolium

    CR

    D

    Sparganium natans

    CR

    C2a(i)

    Thelypteris palustris

    CR

    C2a(ii)

    Valerianella carinata

    CR

    C2a(ii)

    Veronica opaca

    CR

    A2

    Woodsia ilvensis

    CR

    D


    Ohrožené druhy (Endangered, EN)

    Taxon

    Kategorie

    Kriterium

    Alchemilla glaucescens

    EN

    B1b(iii)+2b(iii)

    Alchemilla obtusa

    EN

    B1b(iii)+2b(iii)

    Alchemilla plicata

    EN

    B1b(iii)+2b(i,ii,iii)

    Alchemilla straminea

    EN

    B1b(iii)+2b(iii)

    Alchemilla subglobosa

    EN

    B1b(iii)+2b(i,ii,iii)

    Antennaria dioica

    EN

    A4

    Anthoxanthum alpinum

    EN

    C2a(i)

    Arnica montana

    EN

    A2

    Betula nana

    EN

    B2ab(iii)

    Botrychium matricariifolium

    EN

    B2b(iii)+c(iv)

    Carex appropinquata

    EN

    B2ab(iii)

    Carex davalliana

    EN

    B2b(iii+iv)c(iv)

    Carex diandra

    EN

    B2b(iii+iv)c(iv)

    Carex dioica

    EN

    B2b(iii+iv)c(iv)

    Carex magellanica

    EN

    B2b(iii)c(iv)

    Carex paniculata

    EN

    B2ab(iii)

    Carlina vulgaris

    EN

    C2a(i)

    Centaurea montana

    EN

    C1

    Cicuta virosa

    EN

    B2ab(iii)

    Corallorhiza trifida

    EN

    B2bc(iii+iv)

    Crocus vernus

    EN

    B2ac(iv)

    Cryptogramma crispa

    EN

    C1

    Dactylorhiza sambucina

    EN

    A2, B2b(iii+iv)

    Dianthus sylvaticus

    EN

    C2a(i)

    Diphasiastrum ×issleri

    EN

    B2ab(iii)

    Diphasiastrum alpinum

    EN

    B2ab(iii)

    Diphasiastrum complanatum

    EN

    B2ab(iii+iv)

    Empetrum hermaphroditum

    EN

    C1

    Epilobium nutans

    EN

    B2b(iii+iv)+c(iv)

    Epipactis palustris

    EN

    B2b(iii+iv)+c(iv)

    Erigeron macrophyllus

    EN

    B2b(iii)+c(iv)

    Gentiana pannonica

    EN

    B2ab(iii+iv)

    Gnaphalium norvegicum

    EN

    B2b(iii)+c(iv)

    Gymnadenia conopsea

    EN

    A1(c)

    Juniperus communis

    EN

    A2

    Lilium bulbiferum

    EN

    A2

    Malus sylvestris

    EN

    D

    Monotropa hypophegea

    EN

    D

    Montia fontana subsp. amporitana

    EN

    A2

    Nuphar lutea

    EN

    C1

    Nuphar pumila

    EN

    A2

    Ononis repens

    EN

    D

    Ophioglossum vulgatum

    EN

    C2a(i)

    Orchis mascula

    EN

    C2a(i)

    Orobanche alba

    EN

    C2a(i)

    Parnassia palustris

    EN

    A2

    Pedicularis palustris

    EN

    A2

    Phleum alpinum

    EN

    B2ab(iii)

    Pinguicula vulgaris

    EN

    B2b(iii+v)c(iv)

    Pinus uncinata subsp. uliginosa

    EN

    A2

    Poa remota

    EN

    C2a(i)

    Polygala chamaebuxus

    EN

    D

    Polystichum lonchitis

    EN

    C2a(i)

    Potamogeton alpinus

    EN

    B2b(iii)c(iii+iv)

    Potamogeton lucens

    EN

    B2b(iii)c(iii+iv)

    Potamogeton obtusifolius

    EN

    B2b(iii)c(iii+iv)

    Pulmonaria mollis

    EN

    C2a(i)

    Pyrola media

    EN

    A2

    Rhododendron tomentosum

    EN

    C2a(i)

    Rubus saxatilis

    EN

    B1b(iii)+B2b(iii)

    Salix appendiculata

    EN

    D

    Streptopus amplexifolius

    EN

    C2a(i)

    Swertia perennis

    EN

    C2a(i)

    Taxus baccata

    EN

    B2ab(iii+iv), C1

    Trichophorum alpinum

    EN

    B2(iii+v)

    Trifolium spadiceum

    EN

    A2

    Triglochin palustris

    EN

    A4

    Trollius altissimus

    EN

    C2a(i)

    Utricularia minor

    EN

    B2a+b(iii+iv)+c(iv)

    Veronica maritima

    EN

    C2a(i)


    Zranitelné (Vulnerable, VU)

    Taxon

    Kategorie

    Kriterium

    Abies alba

    VU

    A2

    Alchemilla crinita

    VU

    B2b(iii)

    Andromeda polifolia

    VU

    A2

    Arctium nemorosum

    VU

    C2a(i)

    Botrychium lunaria

    VU

    C1

    Calamagrostis purpurea

    VU

    C2a(ii)

    Calla palustris

    VU

    A2

    Campanula glomerata

    VU

    D2

    Cardamine trifolia

    VU

    B2ab(iii)

    Carex lasiocarpa

    VU

    B2ab(iii)c(iv)

    Carex limosa

    VU

    B2b(iii)c(iv)

    Carex otomana

    VU

    C2a(i)

    Carex pulicaris

    VU

    B2b(iii+v)c(iv)

    Carlina acaulis

    VU

    A2

    Centaurium erythraea

    VU

    B2(iii)+3(iv)

    Cephalanthera longifolia

    VU

    D

    Cephalanthera rubra

    VU

    B2(iv)

    Chamaecytisus supinus

    VU

    C2a(i)

    Chenopodium bonus-henricus

    VU

    A2

    Dactylorhiza majalis

    VU

    A2

    Drosera rotundifolia

    VU

    B2b(iii)c(iv)

    Elatine hydropiper

    VU

    C2a(i)

    Equisetum pratense

    VU

    D

    Euphrasia nemorosa

    VU

    A2

    Galium boreale

    VU

    A2

    Galium elongatum

    VU

    C2a(i)

    Hieracium bifidum

    VU

    D2

    Hieracium levicaule

    VU

    C2(i)

    Hordelymus europaeus

    VU

    C2a(i)

    Iris sibirica

    VU

    B2b(iii+iv)

    Isolepis setacea

    VU

    B2(iii)+3(iv)

    Juncus acutiflorus

    VU

    C2a(i)

    Lathyrus linifolius

    VU

    D2

    Leucojum vernum

    VU

    A2

    Ligusticum mutellina

    VU

    C2a(i)

    Luzula sudetica

    VU

    C1

    Lysimachia thyrsiflora

    VU

    A2

    Menyanthes trifoliata

    VU

    A2/A4

    Monotropa hypopitys

    VU

    A2

    Myosotis discolor

    VU

    B2b(iii)+c(iv)

    Myriophyllum alterniflorum

    VU

    B2b(iii+iv)

    Oreojuncus trifidus

    VU

    C2a(i)

    Pedicularis sylvatica

    VU

    A2

    Phleum nodosum

    VU

    C2a(i)

    Pilosella lactucella

    VU

    A2

    Platanthera bifolia

    VU

    B2b(iii+v)

    Platanthera chlorantha

    VU

    B2b(iii+v)

    Polemonium caeruleum

    VU

    B2a+b(iii+iv)

    Polygala multicaulis

    VU

    B2b(iii)+c(iv)

    Potentilla puberula

    VU

    D2

    Primula veris

    VU

    A2

    Ranunculus sect. Batrachium דKotlina”

    VU

    C2a(ii)

    Rhinanthus alectorolophus

    VU

    A2

    Salix rosmarinifolia

    VU

    A2

    Scheuchzeria palustris

    VU

    D2

    Schoenoplectus lacustris

    VU

    D2

    Senecio subalpinus

    VU

    B2c(iii+v)

    Succisa pratensis

    VU

    A2

    Thesium pyrenaicum

    VU

    A2

    Tragopogon pratensis subsp. minor

    VU

    C2a(i)

    Urtica urens

    VU

    A2

    Vaccinium microcarpum

    VU

    C2a(i)

    Veronica agrestis

    VU

    A2

    Vicia dumetorum

    VU

    D1

    Vicia pisiformis

    VU

    D2

    Viscum album subsp. album

    VU

    D2

    Blízké ohrožení (Near Threatened, NT)

    Taxon

    Kategorie

    Aconitum lycoctonum

    NT

    Aconitum plicatum

    NT

    Aconitum variegatum

    NT

    Alchemilla xanthochlora

    NT

    Alnus alnobetula

    NT

    Anthriscus nitidus

    NT

    Callitriche cophocarpa

    NT

    Carduus personata

    NT

    Carex acutiformis

    NT

    Carex agastachys

    NT

    Carex cespitosa

    NT

    Carex elongata

    NT

    Carex flava

    NT

    Carex hartmanii

    NT

    Carex pauciflora

    NT

    Centaurea pseudophrygia

    NT

    Cephalanthera damasonium

    NT

    Circaea ×intermedia

    NT

    Circaea alpina

    NT

    Circaea lutetiana

    NT

    Comarum palustre

    NT

    Corydalis intermedia

    NT

    Crepis mollis subsp. succisifolia

    NT

    Dactylorhiza fuchsii

    NT

    Dentaria bulbifera

    NT

    Dentaria enneaphyllos

    NT

    Doronicum austriacum

    NT

    Dryopteris borreri

    NT

    Eleocharis acicularis

    NT

    Eleocharis mamillata subsp. austriaca

    NT

    Eleocharis mamillata subsp. mamillata

    NT

    Eleocharis ovata

    NT

    Empetrum nigrum

    NT

    Epilobium obscurum

    NT

    Epilobium palustre

    NT

    Epilobium roseum

    NT

    Epipactis atrorubens

    NT

    Euphrasia stricta

    NT

    Festuca filiformis

    NT

    Hieracium diaphanoides

    NT

    Huperzia selago

    NT

    Hylotelephium telephium

    NT

    Hypericum humifusum

    NT

    Leersia oryzoides

    NT

    Lilium martagon

    NT

    Limosella aquatica

    NT

    Listera ovata

    NT

    Neottia nidus-avis

    NT

    Noccaea caerulescens

    NT

    Orthilia secunda

    NT

    Polystichum aculeatum

    NT

    Potamogeton berchtoldii

    NT

    Potamogeton pusillus

    NT

    Potamogeton trichoides

    NT

    Potentilla norvegica

    NT

    Pyrola minor

    NT

    Ranunculus trichophyllus

    NT

    Rhinanthus major

    NT

    Ribes alpinum

    NT

    Rubus blanicensis ined.

    NT

    Rubus muhelicus

    NT

    Rubus parvidentatus

    NT

    Rubus perpedatus

    NT

    Rubus perpungens

    NT

    Rubus sendtneri

    NT

    Rubus silvae-bohemicae

    NT

    Rubus silvae-norticae

    NT

    Rubus vatavensis

    NT

    Sagina saginoides

    NT

    Scorzonera humilis

    NT

    Serratula tinctoria

    NT

    Soldanella montana

    NT

    Taraxacum aequilobum

    NT

    Taraxacum atroviride

    NT

    Taraxacum hahnii

    NT

    Taraxacum hamatiforme

    NT

    Taraxacum hercynicum

    NT

    Taraxacum hlubokense ined.

    NT

    Taraxacum moldavicum

    NT

    Taraxacum mutabile

    NT

    Taraxacum non-acroglossum ined.

    NT

    Taraxacum non-glossodon ined.

    NT

    Taraxacum non-moldavicum ined.

    NT

    Taraxacum non-ochrochlorum ined.

    NT

    Taraxacum ottonis

    NT

    Taraxacum pectinatiforme

    NT

    Taraxacum perviolaceum ined.

    NT

    Taraxacum porrigens

    NT

    Taraxacum porrigentilobatum

    NT

    Taraxacum pseudoingens ined.

    NT

    Taraxacum pulverulentum

    NT

    Taraxacum sellandii

    NT

    Taraxacum speciosiflorum

    NT

    Taraxacum sublaeticolor

    NT

    Taraxacum superbum

    NT

    Taraxacum uniforme

    NT

    Taraxacum violaceinervosum

    NT

    Tephroseris crispa

    NT

    Thalictrum aquilegiifolium

    NT

    Trichophorum cespitosum

    NT

    Ulmus glabra

    NT

    Vaccinium oxycoccos

    NT

    Veratrum album subsp. album

    NT

    Veronica verna

    NT

    Viola tricolor subsp. polychroma

    NT

    Willemetia stipitata

    NT

    Štech M. et al. (2022) Rote Liste gefährdeter Pflanzen und Liste aller Gefäßpflanzen des Böhmerwaldes [pdf].

    Grundlegende Informationen über die Schaffung der regionalen Roten Liste nach den IUCN-Kriterien

    Štech M., Diewald W. & Holá E. (2021) The Red List. Aktuality šumavského výzkumu/Aktuelle Ergebnisse der Böhmerwaldforschung, poster [pdf].